1. Das Gehirn als Medium allen Denkens Die Probleme der Philosophie sind laut Deleuze niemals von sich aus philosophisch. Bereits eine Antwort auf die Frage Was ist Philosophie? setzt ein nicht-philosophisches 'Bild des Denkens' voraus, eine Art absoluten Hintergrund, in den die Philosophie eintauchen kann und aus dem sie hervorgeht. Gerade durch diesen nicht-philosophischen Hintergrund ist die Philosophie verbunden mit der Wissenschaft und der Kunst, die ebenso Nicht-Wissenschaftliches und Nicht-Künstlerisches benötigen so als teilten sie sich denselben Schatten, der sich über ihre unterschiedliche Natur ausbreitet und sie auf immer begleitet. (Deleuze/Guattari 1996: 260) In Was ist Philosophie? nennt Deleuze diesen Schatten oder auch dieses 'Nicht', zu dem jede Disziplin einen wesentlichen Bezug hat, das 'Gehirn'. Dabei handelt es sich um ein Konzept, das von dem griechischen nous, wie es z. B. bei Anaxagoras vorkommt, abgeleitet ist, der es für die ordnende Kraft hielt, die die eine Welt aus dem ursprünglichen Chaos (apeiron) hervortreten lässt. Das Gehirn ist somit der Bereich interdisziplinärer Resonanzen, geteilter Probleme und interner Allianzen. Eine Untersuchung des Deleuzeschen Begriffs der Nicht-Philosophie ist daher gut beraten, sich auf seinen Begriff vom Gehirn zu konzentrieren.....

hdl.handle.net/1765/26253
Final author's version, first published in: Balke, Friedrich & Rölli, Marc (eds., forthcoming 2011), Gilles Deleuze: Philosophie und Nicht-Philosophie. Aktuelle Diskussionen, Bielefeld: Transcript Verlag, pp. 291-314.
Erasmus School of Philosophy

van Tuinen, S. (2011). Leibniz und die Psychophysik des Gehirns. Retrieved from http://hdl.handle.net/1765/26253